Online-Kredit: Zinsunterschiede groß wie nie!

Die Unterschiede bei den Zinsen für Verbraucherkredite sind derzeit so groß wie lange nicht mehr. Ein wesentlicher Grund dafür ist das wegen der Wirtschaftskrise historisch niedrige Zinsniveau, das Banken einen sehr großen Gestaltungsspielraum einräumt. Der Zins-Vergleich lohnt deshalb in diesen Monaten ganz besonders.
Das niedrige Zinsniveau in Europa bietet Verbrauchern die Möglichkeit, Ratenkredite zu besonders günstigen Konditionen aufzunehmen und Wünsche ohne großen Zinsaufschlag zu finanzieren. Kredite sind aber keineswegs automatisch und bei jeder Bank günstig. Das niedrige Zinsniveau wird nicht von allen Banken an die Kunden weitergereicht.

Die FMH Finanzberatung ermittelt laufend einen Index zu den durchschnittlichen Konditionen für Konsumkredite, die nicht durch eine dingliche Sicherheit, sondern nur durch das Einkommen des Kreditnehmers besichert werden. Ein Darlehen mit 36 Monaten Laufzeit kostet der FMH zufolge im Marktdurchschnitt derzeit 7,54 Prozent Zinsen im Jahr. 48 Monate Laufzeit sind zu 7,62 Prozent zu haben und Darlehen mit 72 Monaten Laufzeit zu 8,23 Prozent.

Online-Kredit: Zinsspanne von 5 bis 12 Prozent

Sowohl die Angebote günstiger Banken als auch die teurer Anbieter weichen signifikant vom Durchschnitt ab. Ein Darlehen über 10.000 Euro und 36 Monaten Laufzeit ist der FMH Finanzberatung zufolge bei der Norisbank am günstigsten zu haben: Die Deutsche-Bank-Tochter vergibt solche Kredite zum Festzins von 5,3 Prozent im Jahr. Ganz anders beim Mutterkonzern: Der Branchenprimus Deutsche Bank stellt seinen Kunden für dasselbe Darlehen 10,22 Prozent im Jahr in Rechnung.
Wie groß der Kostenunterschied bei einer solchen Zinsdifferenz ist, zeigt sich sowohl bei der Betrachtung der fälligen Monatsrate als auch beim Blick auf die Gesamtkosten. Bei der Norisbank werden für den 10.000-Euro-Kredit 300,50 Euro im Monat fällig. Die Gesamtkosten belaufen sich somit bezogen auf die dreijährige Laufzeit auf 817,90 Euro. Bei der Deutschen Bank hingegen werden 321,90 Euro im Monat fällig und die Gesamtkosten betragen im Laufe von drei Jahren 1577,42 Euro. Das entspricht gegenüber dem Norisbank-Kredit einem Kostenaufschlag in Höhe von 93 Prozent!

Restschuldversicherung genau prüfen

Kreditnehmer sollten sich bei der Suche nach einem günstigen Kredit nicht nur auf den Zinssatz konzentrieren, sondern auch zusätzliche Kosten, die in Verbindung mit dem Kredit entstehen, im Blick behalten. Fast alle Banken ermöglichen heute den Abschluss von Restschuldversicherungen, die die offenen Raten zahlen, wenn der Kreditnehmer arbeitslos, krank bzw. arbeitsunfähig wird oder verstirbt.
Die Kostenaufschläge für diese Versicherungen sind mitunter sehr hoch. Bei der Ikano-Bank etwa müssen Kreditnehmer für die Police 0,26 Prozent der anfänglichen Kreditsumme bezahlen – jeden Monat. Bei einem Kredit über 10.000 Euro und 36 Monaten Laufzeit fallen dementsprechend 936 Euro Gesamtkosten für die Versicherung an. Allein diese Kosten entsprechen einer jährlichen Verzinsung von etwa 6,0 Prozent.
Auf den ersten Blick scheinen Restschuldversicherungen zwar einen nützlichen Schutz zu bieten. Genauer betrachtet, sind die im Leistungsumfang abgesicherten Risiken jedoch durch andere Policen ausreichend abgedeckt. Im Todesfall sollten die Angehörigen durch eine Risikolebensversicherung geschützt sein und mit einer Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Wegfall der eigenen Arbeitskraft ebenfalls abgedeckt.
Das Verhältnis von Kosten und Nutzen lohnt sich bei vielen Restschuldversicherungen deshalb nicht. Wer auf die Policen verzichtet und gezielt nach einem günstigen Darlehen sucht, kann seine Wünsche jedenfalls zu Top-Konditionen finanzieren.


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