NPE: Staaten müssen Förderung der Elektroautos in die Wege leiten

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) hat ihren vierten Zwischenbericht veröffentlicht und dieser wirft ein eher mäßiges Bild auf den Markt der deutschen Elektroautos.

Eigentlich ist es seitens der Bundesregierung geplant, dass bis zum Jahre 2020 über eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen anzutreffen, doch das Urteil des Zwischenberichts geht eher von rund der Hälfte dieser Planzahlen aus. Die aktuelle Anzahl an Zulassen liegt gerade einmal bei 24.000 Autos und der Hauptgrund für dieses ernüchternde Ergebnis ist laut der NPE vor allem die fehlende Bereitschaft zu Förderungen.

Anreizmaßnahmen würden geringere Steuereinnahmen bedeuten

Der Staat hält sich aktuell jedoch noch stark zurück wenn es um das Thema der Förderung geht, denn diese würde, falls sie im gewünschten Umfang erfolgt, nicht zu unterschätzenden Folgen für den Staat führen. Das Hauptaugenmerk der NPE liegt nämlich darauf, Unternehmen zu erlauben, die gewerblich genutzten Elektroautos mit einer Sonderabschreibung zu bilanzieren.

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Abschreibung als Förderung der Anschaffung von E-Autos

Eine Abschreibung von rund 50 Prozent im ersten Jahr nach Anschaffung der Elektroautos würde den Anreiz der Unternehmen an Elektroautos deutlich steigern, da diese so ihre Steuerzahlungen senken könnten. Auf Seiten der Regierung würde es jedoch zu einem gegenläufigen Effekt kommen und es wäre pro Jahr mit einer Steuermindereinnahme von mehr als 200 Millionen Euro zu rechnen.

Forderungen der NPE – Zustimmung der Bundesländer notwendig

Angela Merkel zeigte zwar Verständnis für die Forderungen der NPE, doch die neue Abschreibungsregelung kann nur mit Zustimmung der Bundesländer durchgeführt werden.Weiterhin geht aus dem Bericht der NPE hervor, dass der Staat auch im Bereich von Forschung und Entwicklung zusätzliche Hilfe anbieten muss, um die dortigen Investitionen auf ein Niveau von 360 Millionen Euro pro Jahr zu heben.

Für den Staat würde dies einen Aufwand von 550 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 bedeuten, doch eine langfristige Verbesserung der aktuellen Entwicklungen ist nur bei Kooperation von Staat und Unternehmen möglich. Dies betrifft allen voran die Ladestationen, denn das aktuelle Netz ist noch längst nicht ausreichend, um die erhoffte Anzahl an Elektroautos zufriedenstellend abzudecken. Aktuelle Planungen der Bundesregierung sehen vor 400 zusätzliche Ladestationen an den Raststetten des Landes aufzustellen.

Deutsche Elektroautos international beliebt

Die Zurückhaltung der Deutschen hinsichtlich der Elektroautos ist durchaus überraschend, denn international genießen auch diese deutschen Modelle einen ausgezeichneten Ruf und die Konzerne planen im kommenden Jahr mit erneut steigenden Zahlen. Mehr als 15 Millionen neue Elektroautos sollen 2015 auf der ganzen Welt verkauft werden und ein abschwächendes Marktwachstum ist nicht in Sicht. Hierfür sind vor allem die USA sowie China verantwortlich, die in der vergangenen Zeit vermehrt auf den Elektroantrieb umgestiegen sind.
Die Elektroautos werden zwar von deutschen Konzernen hergestellt, doch diese haben längst auf das Interesse der Deutschen reagiert und reduzieren die Produktion in deutschen Werken drastisch. Nur noch ein Drittel aller Modelle wird in Deutschland gefertigt und dieser Anteil könnte bei einer Fortsetzung der aktuellen Trends sogar noch weiter sinken.


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